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Untergeschoss – Saal 1 – Die liturgischen Objekte

Die Umgebung des ersten Raumes, im Untergeschoss gelegen, ist so sehr verändert durch die Eingriffe des 17. Jahrhunderts, dass sie ihren primitiven, kirchlichen Nutzten erahnen lässt.
Um nahezu einen Dialog zwischen Objekt  und Inhalt führen zu können, sind hier die Objekte sachbezogen zu deren Kult angeordnet: Elfenbein, Email, Schmuck, Gemme, Goldschmiedekunst, Gläser, kleine Skulpturen und einzelne Kunstobjekte
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Die römische Kunst
Das Porträt von Agrippina Maggiore
Erste Hälfte des ersten Jahrhunderts n. C.

Der kleine Kopf aus violettem Quarz stammt aus der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. C.
Gebrochen am Hals mit einigen Absplitterungen an der Oberfläche liegt auch eine leichte Verdrehung nach links und eine Neigung des Kopfes nach vorne vor.
Durch die Frisur, in der sich die Haare nach hinten in einem niedrigen Haarkranz zu einem Zopf sammeln, wegen seinem jungen Aussehen, seiner ovalen Kopfform, die genau abgerundet ist, und durch die niedrige Stirn und den fleischigen Lippen, sind wir im Stande, Agrippina Maggiore, die Ehefrau des Germanico und die Mutter der Caligola, zu erkennen
.

Ritratto di Agrippina

 


Der umbrische Bildhauer
Die Dame in Maestà mit ihrem gesegneten Kind
Ende des 13. Jahrhunderts


Das Werk, das von einem umbrischen Bilderhauer um Mitte des 13. Jahrhunderts realisiert wurde, wird konserviert und zeigt bis auf kleine Fehler in den Zeichnungen die originale Polychromie.
Entsprechend der Ikonografie der hölzernen und mittelalterlichen Skulptur wird die Madonna in Trono präsentiert. In diesem Fall handelt es sich um die gekrönte Regina di Cieli, die in Frontansicht mit ihrem gesegneten Jesuskind, das auf den Knien der Mutter sitzt, dargestellt wird.
Die Ikonografie des Kindes mit der rechten gesegneten Hand (verstümmelte Finger) und der linken Hand, die den Erdball hält (heute zerstört), wird auf Salvator Mundi zurückgeführt, während die Hand der Jungfrau nach vorne ausgestreckt  und die offene Handfläche nach oben gerichtet ist, um die Schenkung ihres eigenen Sohnes darzustellen. Dies unterstreicht ihre Rolle als Mittelperson zwischen Christus und den Gläubigen
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Madonna in maestà con il Bambino benedicente

 


Limoges
Die Locke der Pastorale mit der Marià Verkündigung
zweites Viertel des 13. Jahrhunderts


Es geht um die Endspirale oder die Locke eines bischöflichen Pastors einer Abtei.
Die Locke, die von Limoges um Mitte des 13. Jahrhunderts stammt, ist aus Kupfer mit Email geschmückt und durch die Champlevè – Technik neu realisiert worden.
Diese Technik sah es vor, dass das Objekt aus Metall verarbeitet wird, indem man Teile unausgefüllt lässt und dann mit Email füllt, sodass es nach dem Schmelzen zu Glas wird und gleichartig und komplanar zur metallischen Oberfläche ist.
In der Mitte der Spirale, die mit einem Flechtwerk und einem ausgebautem zackigen und vergoldetem Kamm aus Kupfer geschmückt ist, repräsentiert die Plastiken der Mariä Verkündigung, die als Druck realisiert wurde.
Die Jungfrau, überrascht über die Ankunft des Engels, erhebt sich vom Thron, indem sie ihre rechte Hand erhebt.
Der Erzengel führt den  linienförmigen Zepter und positioniert seinen Zeigefinger unter seinem Kinn, um die Aufmerksamkeit der Jungfrau zu bekommen
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Riccio di pastorale con l'annunciazione

 


Frankreich, Paris
Die durchbrochene Plakette mit der Kreuzigung
zweites Viertel des 13. Jahrhunderts


Die spitzbogige Plakette aus Elfenbein ohne Hintergrund zeigt die schmerzliche Kreuzigung, Drapierungen und die Symbole der Sonne und des Mondes.
Es wurde im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts in Paris produziert.
Die Kreuzblume des Giebels und die lateralen Zinne, die zum Teil verarbeitet und angebracht sind, könnten der Ertrag einer Restauration sein; auch das Fehlen des Hintergrunds könnte auf eine erfolgreiche Manipulation zurückgeführt werden.
Aus ikonografischer Sicht aus gehört dieses wertvolle Täfelchen in die Typologie der kleinen Altarbilder aus Elfenbein, die Reisen oder die Heimaten zeigen, die vor Allem im 13. Und 14. Jahrhundert in Frankreich weit verbreitet waren
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Placca traforata con la crocifissione

 


Limoges
Das Prozessionskreuz
Dreiviertel des 13. Jahrhunderts


Das Prozessionskreuz, das im 3. Viertel des 13. Jahrhunderts in Limoges produziert wurde, besteht aus festen Kupferblättern auf einem Hintergrund aus Holz, der golden, graviert und kunstvoll poliert ist und Steine aus Cabochons trägt.
Das Objekt, das kollektive Spiritualität ausdrückt, bildete das liturgische Symbol, hinter dem sich die Prozession der Treuen vollzieht.
Das Prozessionskreuz hatte sowohl eine historische und religiöse Bedeutung.
Auf der Vorderseite des Kreuzes ist die Figur Christi aus Kupfer zum Teil gegossen und aufgetragen; man bemerkt den langen gefalteten Lendenschurz, der als Champlevè umgesetzt wurde, so wie die kleinen spitzbogigen Plaketten, welche diesen Teil von dem kostbaren Prozessionskreuz verzieren
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Croce processionale

 


Bartolomeo de Magonibus
Die Monstranz
1437


Die Präsenz des Kruzifix mit den zwei Trauernden am Gipfel von diesem heiligen Reliquiar um 1437, lässt eine ursprüngliche Nutzung wie die Monstranz vermuten.
Die Architektur der gotischen Miniaturen in einem mit Zinnen und Giebel geschmückten Tempel mit einer mehrfach gelappten Oberfläche, ist aus sechs geschmückten Ädikulä von heiligen Statuen zusammengesetzt.
Die lange Inschrift stattet den Platz mit Hinweisen zum Datum der Produktion und der Künstler, wie  der Goldschmied Bartolomeo von Magonibus, der in den nächstfolgenden Jahren nach 1437 tätig war, aus
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Ostensorio