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Zweiter Stock - Saal 12 - Glas, Terrakotta und Elfenbein

 

Im Saal 12 befinden sich antike, mittelalterliche und moderne Kunstobjekte. Archäologische Gläser in lebhaften Farben, eine Sammlung an venezianischen, filigranen, mit Graffiti verzierten und bemalten Gläsern. Davon heben sich Skulpturen aus Terrakotta und Vasen aus Elfenbein ab.


Die mediterrane Umgebung
Alabaster
6.-5. Jahrhundert vor Christus

Diese kleinen Fialen in lebhaften Farben, genannt Alabaster, wurden als Behälter für Cremes und Parfüms verwendet. Diese Art von Alabaster, die im Becken des Mittelmeers für eine sehr lange Zeitspanne verbreitet war,  nämlich vom 5. - 6. Jahrhundert vor Christus, wurde in einer ausgedehnten geographischen Gegend gefunden: vom Schwarzen Meer über den Balkan, bis nach Gallien. Diese Art von Handarbeit wurde mit einer Technik des brüchigen Kerns hergestellt;  dies bedeutete, dass eine Kugel aus Lehm und Gras, die eventuell in ein leichtes Tuch eingewickelt und um ein Metallstäbchen herumgewickelt wurde; danach wird es in geschmolzenes Glas eingegossen. Um den Vorgang zu beenden, wird der Kern eliminiert, sobald das Glas abgekühlt ist. Die Dekoration  und die Fäden können besser angebracht werden, wenn die kleine Filiale manuell rotiert, um elegante Motive im Zickzack, federartigem oder gewindetem Muster zu bekommen.

Alabastra


 


Die römische Kunst
Das Fläschchen mit den goldenen Bändern
Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. und Anfang des 1. Jahrhunderts n. Chr.

Das Fläschchen war ein verehrtes Beispiel des häuslichen Einrichtungsgegenstandes, das fast sicher als Balsamfläschchen verwendet wurde.
Sie wurden dank der komplexen Techniken, vielleicht im Bereich des Handwerks, mit Sicherheit in Alexandria, auch wenn man es nicht ausschließen kann, dass die spezialisierten Geschäfte aktiv in Italien sind, hergestellt. Eine solche Produktion ist auf weniger als 20 Exemplare und auf eine Zeitspanne zwischen Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. und Anfang des 1. Jahrhunderts n. Chr. beschränkt
.

Bottiglietta a bande d'oro

 


Die venezianische Kunst
Der gesegnete Erlöser auf dem Esel
Zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts

Die mit Graffiti besprühte und vergoldete Glasplatte ist in einen modernen Teller eingefügt. Inspiriert durch den hellenistischen Klassizismus und zuletzt durch die Kultur der byzantinischen Kunst der mittelalterlichen Epoche stellt die Glasplatte den „gesegneten Erlöser auf dem Esel“ dar und bildet das Zeugnis einer typischen venezianischen Produktion, die sehr speziell ist. Die Arbeitstechnik der Platte, die in der Spätantike bekannt war, ist in den 3. Und 4. Jahrhunderten vor Christus gegründet; indem man das Glas als Unterlage verwendet, um im Kühlen die Goldfolie anzubringen, gestaltet oder kratzt man die Figuren, danach bedeckt man diese mit dunklen Lackfarben, die man auf den goldenen Hervorhebungen des Hintergrund aufträgt. Diese derart wirksamen Handarbeiten, die durch Email und Niello die Objekte sehr ähnlich und wertvoll erscheinen lassen wollen, werden zum Dekorieren mit kleinen Objekten oder Ornamenten der Goldschmiedekunst im Inneren der Marmorplatten und Kanzeln verwendet.

Redentore benedicente sull'asinello

 


Die venezianische Kunst
Eine Vase mit dem Wappen der Familie Tiepolo
Anfang des 16. Jahrhunderts

Die Oberfläche der Vase, die einen zylindrischen Körper hat, der zart ausgehüllt ist und auf Füßen steht, ist von Kopf bis Fuß von einer goldenen, geschuppten und mit farbenfrohen Punkten verzierten Folie umgeben. An niedrigster Stelle des Körpers zeichnet sich das Wappen der Familie Tiepolo ab. Die Verzierung ist charakteristisch für die mailändischen Glasarbeiten der Renaissance und wird für das Schmücken von Gläsern und für luxuriöse Einrichtungen verwendet. Das Objekt steht sehr in Konkurrenz mit anderen analog geschmückten Gläsern und gehört dem Familiengeschlecht der Tiepolo an.

Vaso con stemma della famiglia Tiepolo


 


Francesco Laurana
Der junge Heilige (der heilige Lorenz?)
Hälfte des 15. Jahrhunderts

Der Kopf des „jungen Heiligen“ mit sanften und adeligen Gesichtszügen, der heute der originalen Polychromie entzogen ist, gehört zu einer Statue in Lebensgröße, die vielleicht  in einer Nische steht, als ob der hintere Teil nur oberflächlich bearbeitet wurde. Die Statue aus Terrakotta stammt von Francesco Laurana, einem großen Künstler um Mitte des 14. Jahrhunderts auf dem Aragonesen-Hof in Napoli und später in Frankreich.  Das Werk, das qualitativ hochwertig ist, scheint auf einem Kern in Stoff gewickelt um einen Holzstock modelliert und während des Trocknens danach eliminiert  zu sein, um eine Öffnung am Kopf zu gewährleisten.

Giovane Santo

 


Benedetto da Maiano
Die klagende Frau
Letztes Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts

Die halbe Figur der schmerzerfüllten Frau ist wahrscheinlich ein Teil einer Gruppe aus Terrakottastatuen, ein vierstimmiges Klagelied, das stückweise angefertigt wurde.  Die polychrome Figur, die nur flüchtig modelliert ist, wurde vor dem Brennen entleert, um eine einheitliche Dicke und eine kurze Arbeitsdauer und einen Hohlraum unter dem Mantel zu schaffen. Die anatomische Definition des Gesichts, das nicht mehr jung und vom Alter gezeichnet ist, und die Intensität der Gefühle und die tiefen Falten sind ausreichend stilistische Mittel, um die Zuerkennung an Benedetto da Maiano zu erhalten. Die sehr signifikante Skulptur der künstlerischen florentinischen Szene, die sich besonders für Terrakottaplastiken interessierte, ist der Interpret einer natürlichen und monumentalen Ader, die die Auflösung des 15. Jahrhunderts ankündigen zu scheint.

Madonna dolente